Es gibt drei Arten von Teammitgliedern bzw. Führungskräften. Jeder Typ hat seine Berechtigung und wird für das Tagesgeschäft gebraucht. Befinden Sie sich im Change-Prozess, hat jeder seine Stärken und Schwächen. Sobald Sie wissen, wie Sie damit umgehen, wird die Veränderung reibungsloser laufen.

Ich möchte Ihnen zunächst drei Fragen stellen:

  1. Welcher Gedanke passt am besten zu Ihnen?
    – „Die Kollegen sollten sich einfach mal mehr anpassen“
    – „Ich bin umgeben von Schleimern und Langweilern“
    – „Warum machen die Kollegen alles so kompliziert?“
  2. Nach welchem Prinzip leben Sie die meiste Zeit?
    – nach vorne streben, immer weiterkommen
    – nicht auffallen, Teil des Teams sein
    – Gelassenheit und inneren Frieden finden
  3. Veränderung ist für Sie:
    – Teil des Spiels
    – beunruhigend
    – eine Chance

Beantworten Sie die Fragen ehrlich und prüfen Sie danach, ob Ihre Antwort a) das ist, was andere von Ihnen erwarten würden,
b) ein bißchen unangenehm ist, weil Sie es gerne anders hätten, oder
c) Ihre Persönlichkeit wiedergibt, wie sie ist.

Und jetzt die 3 Typen:

Das Schaf
Schafe sind die Arten von Menschen, die ganz klar Teil der Gesellschaft sein wollen. Sie nehmen die Strukturen und Prozesse, wie sie sind und fühlen sich in der Gewohnheit sehr sicher. Sie haben sich angepasst an das, was die Gesellschaft bzw. das Unternehmen von ihnen erwartet. Ihr Tagesablauf ist immer gleich. Sie unterhalten sich über die Neuigkeiten, die in der Zeitung stehen und diskutieren ohne wirkliche Lösungsansätze, die sie selbst umsetzen würden. Schafe haben feste Überzeugungen, an denen sie hängen. Die Überzeugungen wurden bereits in jungen Jahren erlernt und werden nicht hinterfragt. Gelegentlich übernehmen sie Meinungen anderer, wenn sie glauben, dass die „anderen“ wüssten, wovon sie sprechen. Sie hinterfragen sich und das Leben nicht, sondern wollen in Ruhe gelassen werden. Obwohl sie oft unzufrieden sind, nehmen sie diesen Zustand als Normalität hin. Veränderung ist für sei nichts erstrebenswertes. Sie bleiben lieber bei dem, was sie kennen und wehren sich standhaft gegen Neuerungen jeder Art. Etwa 90 Prozent der Menschen leben auf diese Weise. Schafe sind eher vergangenheitsorientiert.

Der Tiger
Tiger haben sich vom Schaf-Dasein verabschiedet. Sie sind daran interessiert, zu verändern, zu verbessern, zu optimieren, sich zu profilieren. Sie haben viele Ideen und greifen Neuerungen auf. Für sie ist das Dasein der Schafe schrecklich hemmend. Deshalb wollen sie die Schafe bekehren und treiben sie an, was wenig Erfolg hat. Tiger sind Lebenskünstler und Stehaufmännchen. Sie ziehen immer weiter, erfüllen sich Träume, Wünsche und Sehnsüchte. Sie lassen sich nicht abhalten von ihren Zielen und neigen zu Materialismus. Dabei können sie sehr egoistisch und intolerant vorgehen. Sie beugen Regeln und finden neue Strategien. Dinge immer wieder in Frage zu stellen, gehört zu ihrem Alltag. Sie nehmen nichts hin, nur, weil es immer schon so war. Tiger sind Veränderer und Revolutionäre, Künstler, Dichter und Kreative. Sie haben viel Power, streben voran und nutzen jede Gelegenheit für die Erfüllung ihre Ziele. Tiger sind zukunftsorientiert.

Die Eule
Eulen sind weise. Sie haben sich vom Schaf- und Tigerdasein verabschiedet. Für sie ist die Gesellschaft, die Arbeit, das Leben ein großer Spielplatz. Im Grunde sind sie eher Beobachter. Sie regen sich nicht auf, leiden nicht oder lamentieren. Eule sind wissend und klar, ruhig und gelassen. Sie haben sich befreit vom Streben und Wollen. Sie sehen die Dinge, wie sie sind und gehen mit dem Fluss des Lebens. Sie sind die Meister, ohne es zu wollen oder zu damit hausieren zu gehen. Sie haben ein Lächeln im Herzen und ähneln einem zufriedenen, glücklichen Kind. Für sie zählt das Hier und Jetzt, der Augenblick.

Im Change sind nicht alle gleich

Angenommen, Sie und Ihr Team, bzw. das Unternehmen befindet sich im Wandel. Eine neue Strategie, Digitalisierung, Führungswechsel, Kostenreduzierung, was auch immer es ist. Die Schafe werden darunter sehr leiden und sich wehren. Der Tiger wittert Potenzial und startet durch. Die Eule beobachtet und nimmt an, was gerade ist. Wie gehen Sie nun mit den einzelnen Personen um?

Sie sind ein Tiger?

Machen Sie sich keine allzu großen Hoffnungen, die Schafe schon zu Beginn mit auf Kurs zu bringen. Sie werden es als dominante Tyrannei erleben und sie nicht mehr ernst nehmen. Tiger sind Schafen suspekt und viel zu wechselhaft. Geben Sie ihnen Zeit und haben sie Verständnis, dass nicht jeder ein Optimierer und kreativer Lösungssucher ist. Schafe sind zufrieden mit dem, was immer schon war. Sie haben eine Menge Know-How und Stabilität zu bieten. Nutzen Sie das und bringen Sie gemeinsam mit anderen Tigern und den Eulen neue Standards auf den Weg. Die Schafe werden folgen, nach einer Weile und in ihrer Zeit. Für Sie ist es wichtig, die guten Dinge zu bewahren und im Rahmen des Changes nicht alles auszuhebeln, was funktioniert. Üben Sie sich darin, im Augenblick zu sein. Hören Sie besser zu und lassen Sie sich ein auf Menschen, die anders denken.

Sie sind ein Schaf?

Ich weiß, Change ist für Sie purer Stress. Sie schlafen schlechter und verstehen nicht, warum das alles sein muss. Es war doch alles ok, wie es war. Nun befinden wir uns leider in einer Zeit, in der nicht nur die Technik vieles verändert, sondern auch Generationen mitgestalten, die weniger an alten Werten festhalten. Unzuverlässigkeit zum Beispiel ist ein echtes Problem in Unternehmen. Menschen handeln unberechenbar und ohne Rücksicht auf andere. Das dürfte Ihnen zu schaffen machen. Nehmen Sie sich einen Schritt nach dem anderen vor und denken Sie nicht zu weit in die Zukunft. Lassen Sie das ein oder andere aus der Vergangenheit konsequent los. Eruieren Sie die Dinge, die es wirklich wert sind, bewahrt zu werden und lassen Sie andere Gewohnheiten konsequent los.

Sie sind eine Eule?

Glückwunsch. Sie sind frei, wirklich frei. Und dennoch ist es wichtig, weiter an der Gesellschaft teil zu haben. Denn Sie werden gebraucht. Teilen Sie Ihre Beobachtungen mehr mit. Helfen Sie anderen als Mentor auf deren Weg. Geben Sie etwas von Ihrer Freude und Gelassenheit weiter, indem Sie z.B. schwierige Meetings moderieren, Tiger und Schafe zusammenbringen, Ergebnisse visualisieren und bei einer realistischen Planung unterstützen. Sie bringen Ruhe und Struktur ins Chaos. Ich weiß, es ist Ihnen nicht wichtig und Sie brauchen das auch nicht. Aber Ihr Umfeld braucht Sie und das kann sehr sinnerfüllt sein.

Anmerkung der Autorin: Noch einmal zur Berücksichtigung. Keine der Tiermetaphern ist despektierlich gemeint. Jeder Typ Mensch, Denken, Handeln gehört dazu. Allein aus der Sicht eines anderen Typs wirken die beiden anderen „Tierarten“ befremdlich. Und genau das ist es, was es zu lernen gilt. Toleranz und Offenheit. Wenn Sie akzeptieren, wie und wer Sie sind und damit positiv umgehen, werden Sie mehr erreichen. Die Metaphern sind keine Schubladen, sondern Hilfe zur Selbsterkenntnis und Verständnis für andere.

PS: Wir springen schon mal, je nach Lebensphase oder Lebensbereich vom einen zum anderen Typen.

#teamentwicklung #typologie #changemanagement

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