Der Umgang mit Narzissten ist immer wieder eine harte Nuss für Mitarbeiter, Partner, Freunde, Kollegen. Oft sind sie so gut getarnt, dass man sie eigentlich nur daran erkennt, dass Sie irgendwann ein Störgefühl entwickeln, wenn besagt Person spricht oder nur den Raum betritt. Irgendetwas nervt Sie. Sie können es nicht greifen.

Wie kommunizieren Narzissten?

Sätze wie: „Sie sind der Beste,!“, „Ich bin wahnsinnig begeistert von Ihrer Arbeit!“ und andere Superlative sind eine Form von Manipulation. Indem er bei Ihnen Symphatie-Punkte sammelt, fühlt er sich zugleich überlegen, mächtig und gönnerhaft.

In guten Zeiten sprechen Narzissten in Superlativen. In schlechten Momenten, wenn sie beleidigt und trotzig in der Opferhaltung hängen, weil sie sich missverstanden und von der Welt nicht in ihrer Größe erkannt fühlen, werden sie angreifend oder ausweichend.

Narzissten neigen in Konflikten zu Du-Botschaften, wie „Du verstehst mich nicht…“, „Du hörst mir überhaupt nicht zu…“, „Du bist einfach zu empfindlich…“.

In Gruppensituationen liebt es der Narzisst, den Entertainer zu mimen und seine „außerordentlichen Erlebnisse und Erfolge“ mitzuteilen. Er blüht auf, wenn er dafür bewundert wird und die Zuhörer an seinen Lippen hängen.

Sprechen Sie Ihrerseits von Ihren Erfolgen oder Erkenntnissen, ernten Sie entweder sein Pokerface – schließlich ist das nichts im Vergleich zu seinen Erfolgen. Kennt er alles schon!

Oder er hält sich selbst für einen Motivator. In diesem Fall reagiert er extrem überbegeistert, kann sich aber wenig später nicht mehr an die Details Ihres Berichts erinnern, weil er im Grunde nicht zugehört hat.

Nicht selten kommuniziert der Narzisst intime Beziehungsthemen oder andere sehr private Themen jederzeit öffentlich, wenn es seinem Ziel oder seiner Großartigkeit dient. Dazu braucht er die Bühne, also am besten eine Gruppensituation.

Wie ernst kann ich Narzissten nehmen?

Das ist eine gute Frage. Denn der Narzisst hat wenig Emphatie. Seine Aussagen sind also wohl überlegt und geschickt gesetzt. Er hat meist Großes vor im Leben, sucht nach seiner Bestimmung, die Ihn von allen anderen abhebt. Er ist überzeugt, berufen zu sein – wozu auch immer.

Aber Achtung: Jede Form von Zukunftsvisionen, Ideen und in den Raum geworfene kreative Ergüsse sind Momentaufnahmen und keine dauerhaften Statements. Lebenslange Treubekenntnisse sind maximal mittelfristig haltbare Vereinbarungen, die stets auf wackeligen Füßen stehen.

Wie manipuliert der Narzisst?

In der Manipulation ist der Narzisst ein echter Könner, wenn auch meist unbewusst. Er nutzt alle Register der Rhetorik und Körpersprache, denkt und agiert stets strategisch. Dafür setzt er seine Hauptenergie ein.

Er nutzt andere für seine Ziele. Um das zu bemerken, muss man sich tatsächlich immer wieder fragen, will ich das wirklich? Denn der Narzisst kann sehr überzeugend sein. Im Zweifel erpresst er Sie, indem er kaltherzig und hart Distanz zu Ihnen aufbaut. Das Nähe-Distanz-Spiel ist im Übrigen sein liebstes.

Sieht er in Ihnen keinen Mehrwert mehr, ist ihm langweilig oder hat er keine Bühne mehr, kann er sehr schnell alles in die Tonne treten, was Sie sich erarbeitet haben.

Wie geht der Narzisst mit Kritik um?

Kritik am Narzissten führt dazu, dass er den Spieß umdreht. Ratz-fatz ist Ihre Inkompetenz Thema der Runde. Denn Kritik erfährt er als Zurückweisung. Er ist gekränkt und kann ärgerlich und ungeduldig werden. Innerlich baut er seinen Selbstwert wieder auf, indem er Sie für minderwertig erklärt.

Bekommt er dagegen positives Feedback, fragt er gerne nach: „Was genau, wie genau oder warum?“ Die vermeintlich interessierte Frage dient dem Ausbau der eigenen Größe. Sie ist die narzistisch getriebene Sehnsucht nach dem Beweis des eigenen Wertes.

Er selbst setzt Komplimente mal ehrlich, mal taktisch ein. Beides ist kaum voneinander zu unterscheiden.

Wie reagiert der Narzisst auf Autoritäten?

Narzissten können nicht gut mit anderen Narzissten, außer ein Projekt dient zufällig der Selbstüberhöhung aller Beteiligten. Seine feinen Antennen führen allerdings bei den kleinsten Anzeichen einer Konkurrenzbedrohung vor allem in Gruppensituationen zu passiv aggressivem Taktieren, ins Wort fallen und Sabotage auf sehr subtiler Ebene. Auf einmal wird aus dem charmanten Entertainer ein beissender Besserwisser und Kritiker.

Der Narzisst als Führungskraft

Der narzisstische Leader hat viel Energie und überzeugt mit Bravour. Er kann Menschen hinter sich versammeln und eine enorme Schubkraft entwickeln. Er hat aber ein feines Näschen für Chancen und Gelegenheiten und packt die auch meist erfolgreich an.

Als Führungskraft neigt er dazu, mit seinen wechselnden Prioritäten und seinem selbstbewussten Auftreten Unruhe ins Team zu bringen – was ihm aber keiner wagt zu sagen.

Spezialisten empfinden ihn als oberflächlich und banal. Er hätte keinen Tiefgang und wisse nicht, worum es eigentlich gehe. Er würde sich nur aufplustern, ohne Substanz dahinter.

Woher kommt der Narzissmus?

Im Narzissten schlummert ein Kind, das nie anerkannt wurde in seiner Identität und in einem bedrohlichen Umfeld aufgewachsen ist. Bedrohlich bedeutet nicht unbedingt, missbräuchlich oder gewalttätig. Narzisstische Eltern oder raumgreifende Geschwister, ein hoher Leistungsdruck oder das permanente Funktionieren müssen reichen aus, um den Prozess in Gang zu setzen. Man muss sich selbst überhöhen, um sich nicht so armselig zu fühlen.

Narzissten müssen selbst erkennen, was das Problem ist

Einen Narzissten damit zu konfrontieren, wie manipulativ und zerstörerisch er vorgeht, dass er zuviel Raum einnimmt und Menschen ausnutzt, führt….nirgendwo hin. Er wird es erst hören, wahrnehmen und zulassen, wenn ihn das Spannungsfeld zwischen der Selbstillusion und den realen Lebensbedingungen auf die Füße fällt. Hier greift der Spruch: Es muss weh tun, damit man sich verändert. Schmerz ist der einzige Weg. Nicht selten muss der Narzisst erst durch ein Burnout, durch eine Depression oder andere psychischen Probleme, um zu erkennen, wer er wirklich ist – hinter der ganzen Show.

Wie gehe ich mit dem Narzissten um?

Um mit Ihm umzugehen, muss man das Phänomen hinter der Show verstehen. Durch den Größenwahn und die mangelnde Selbstreflektion, gepaart mit einer mangelnden Selbstbegrenzung halten sie sich für besonders begabt, zu einer Berufung bestimmt und besser, als alle anderen.

Er hat gelernt, sich selbst im besten Licht darzustellen und andere für seine Zwecke einzuspannen. Er ist vor allem am Anfang von Begegnungen enorm eloquent, charmant und wirkt tiefgründig.

Leider sind Narzissten sehr wankelmütig und entziehen ihre Aufmerksamkeit sehr plötzlich, wenn ihnen die Ihre nichts mehr bringt. Das Wissen hilft bereits, dem Spiel nicht auf den Leim zu gehen.

‼️ Was man wissen mus: Eigenlich haben Narzissten einen niedrigen Selbstwert!

Warum Narzissten einen niedrigen Selbstwert haben

Der Narzisst verdrängt sein stark schwankendes Gefühl von Minderwertigkeit durch permanenten Aktivismus und übertriebene Selbsterhöhung. Schwankend deshalb, weil der Grat zwischen grandioser Selbstüberschätzung und einer schädigenden Fehleinschätzung der eigenen Leistung schmal ist. Erfolgt Kritik, treten heftige Emotionen auf, wie Wut, Frust, Eifersucht, Neid oder Misstrauen. Ihr Mangel an Empathie lässt sie die Notwendigkeit, zu geben übersehen. Sie saugen Menschen energetisch aus, was zu einer Art Co-Abhängigkeit im näheren Umfeld führen kann.

Er muss seinen Wert immer wieder beweisen, durch Erfolge, Lob, Zuhörerschaft, Leistung, Wettbewerb und Adrenalinkicks. Ihm ist nicht bewusst, wie zerstörerisch er agiert.

Haben Sie Mitgefühl und geben Sie ihm eine Chance, sich selbst zu erkennen.

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