Wie führe ich leistungsschwache Mitarbeiter? Früher hätte ich gesagt, motivieren, informieren, aktivieren! Doch das funktioniert bei Lowperformern nicht. Warum? Weil sie entweder nicht können, nicht wollen oder nicht dürfen!

„Ich kann es nicht mehr hören. Er sagt jedesmal das gleiche: „Was soll ich denn noch alles machen?“. Dabei arbeitet er so langsam, dass man ihm beim Gehen die Schuhe besohlen könnte!“, beschwert sich ein Manager über einen Mitarbeiter. Das Team sieht die Lage anders. „Er ist eben älter und man muss ihn nehmen, wie er ist. Für uns ist er hier das Urgestein. Ich bin froh, dass er da ist und so eine Ruhe ausstrahlt“, erklärt eine Aussendienstmitarbeiterin. Lowperformer sind manchmal gar nicht so ungut fürs Team. Die Frage ist, geht der Kollege dem Chef einfach nur auf die Nerven, weil er anders ist? Oder ist die Minderleistung ein wirklicher Schaden fürs Unternehmen?

Erst fragen, dann maulen!

Die wenigsten Führungskräfte hinterfragen die persönlichen Werte ihrer Mitarbeiter, welche Baustellen deren Leben schwer machen oder welche Überzeugungen hinter einer Minderleistung stehen. Sie behaupten zwar, es zu wissen, bei genauerem Nachfragen allerdings ist schnell Schluss mit der Menschenkenntniss. Dem Wunsch des Managements nach sollten Mitarbeiter statt dessen hinter den Werten des Unternehmens stehen, die Vision mittragen, ihre Baustellen zu Hause lassen und sich dem State of the Art anpassen. Doch könnte man nicht das eine machen und das andere nicht lassen?

Ich hab schon alles probiert, er/sie will einfach nicht.

Führungskräfte behaupten meistens, alles bei den „Pappenheimern“ probiert zu haben und geben am Ende entnervt auf. Verständlich. Denn es ist alles andere, als leicht, Menschen zu führen, die aus bestimmten Gründen nicht in der Lage sind, die Arbeit abzuliefern, auf die das Unternehmen angewiesen ist. Die Auswirkungen auf das Team können unter Umständen enorm sein. Highperformer sehen sich nach Alternativen um, Innovationen stagnieren und Meetings verkommen zu Alleinunterhaltungsshows mit Gähncharakter. Aber hat die Führungskraft wirklich alles probiert? Könnte es nicht vielmehr sein, dass auch der Vorgesetzte in seinen Verhaltensmustern eingeschränkt ist und einfach noch nicht die richtigen Dreh gefunden hat?

Vielleicht kündigt er ja?

Das Problem löst sich leider nicht von selbst. Lowperformer halten in der Regel und im Zweifel mit Hilfe des Betriebsrates an ihrem Job fest. Aus Angst vor der Veränderung, weil ihr Selbstbild nicht den Tatsachen entspricht oder wegen fehlender Energie bleiben sie dem Unternehmen nachhaltig erhalten. Besonders schwierig wird es, wenn der Kollege gar nicht versteht, warum und dass sein Leistung unzureichend ist. Er schiebt es auf den Chef, die Kollegen, die Kunden, die Produkte, dass er gerade im Urlaub war und und und.

Aufgeben ist keine Option

Grundsätzlich ist jeder Mensch zu etwas motiviert. Es gilt heraus zu finden woher und in welche Richtung ein Antrieb geht oder was ihn blockiert. Menschen sind nicht immer bereit, zu lernen und sich zu verändern, aber sie wollen immer Teil von etwas sein und ihren Selbstwert schützen bzw. erhöhen. Sie suchen immer Sicherheit und Orientierung und brauchen etwas, das ihnen Freude macht bzw. verhindern ungute Erfahrungen mit aller Macht. Machen Sie sich diese Dinge zu Nutze:

– Prüfen Sie, was Sie im Detail von der Person erwarten.

– Notieren Sie die negativen Konsequenzen der Minderleistung in Zahlen und objektiven Fakten.

– Sprechen Sie tolerant und offen mit der Person.

– Hören Sie auf, die Person verändern zu wollen.

– Humor hilft (kein Sarkasmus).

– Beschönigen Sie nichts, bleiben Sie aber objektiv und gerecht.

– Packen Sie den Kollegen bei seinen Werten.

– Helfen Sie ihm, seine Probleme zu lösen.

– Richten Sie Ihr Verhalten auf seinen Persönlichkeitstyp aus.

– Trennen Sie sich konsequent, weil der Schaden zu groß ist, aber nicht, weil Ihnen jemand unsympathisch ist.

Viele Grüße,

Ihre Malaika Loher

PS: Ich freue mich über Ihr Feedback unter Kommentare. Wenn Ihnen der Artikel gefällt, dann klicken Sie bitte like und/oder share, um auch anderen Interessierten den Beitrag zugänglich zu machen. Vielen Dank!

Über die Autorin: 

Malaika Loher ist Motivationsexpertin, Keynote-Speaker, Autorin und Businesscoach. In Workshops bildet sie Führungs- und Kommunikationsprofis aus. 2018 erschien ihr Buch „Surf your life – und du erreichst Deine Ziele mit Leichtigkeit“, 2019 „7 Tage gute Laune“. Malaika inspiriert mit ansteckender Begeisterung zu Menschlichkeit und Ehrlichkeit. Mit Ihrem Team verändert Sie Unternehmenskulturen und steigert das Engagement der Menschen.

Meine bisherigen Beiträge finden Sie hier.

Weitere Informationen: www.malaikaloher.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.