Heute erinnere ich Sie an den so genannten „Halo-Effekt“. Er besagt, dass der Gesamteindruck einer Person oder einzelne Beobachtungen andere Merkmale überstrahlen.

Beispiele:

Je nachdem, welche Maßstäbe Ihnen während der Erziehung und der Ausbildung beigebracht wurden, ist ihnen der „abgeranzte“ Look eines Kollegen entweder so unsympathisch, dass Sie seine Leistung eher negativ bewerten oder sie kategorisieren ihn als kreativ und innovativ.

Hat ein Mitarbeiter in seiner Anfangszeit viele Fehler gemacht, haben Sie Ihn in der Schublade „Schussel“ und machen sich evtl. bei jedem positiven Beitrag innerlich lustig.

Hat der Vertriebskollege vor Jahren einen großen Auftrag abgeschlossen, „übersehen“ Sie die ruhige Kugel, die er jetzt schiebt.

Sie finden einen neuen Mitarbeiter im Vorstellungsgespräch sympathisch. Sympathie bedeutet für Sie aber auch immer, dass eine Person zuverlässig ist. Im Falle des Halo-Effekts verzerren Sie kognitiv die Realität und halten diesen neuen Mitarbeiter automatisch auch für zuverlässig, obwohl er diesbezüglich noch keine „Beweise“ geliefert hat.

Der Halo-Effekt ist ein natürlicher, kognitiver Vorgang. Leider verzerrt er die Wahrnehmung und wirkt sich auf Entscheidungen negativ aus. Gerade Führungskräfte oder Personaler müssen sich diesbezüglich gut prüfen.

Gefahren beim Halo-Effekt: Aufgaben werden falsch verteilt, Potenziale nicht erkannt und Mitarbeiter ungerecht behandelt.

Tipp: Beobachten Sie Ihre Bewertungen. Sie erscheinen in Form von Gedanken. Fragen Sie sich: Kann ich sicher sein, dass der Gedanke wahr ist? Wie komme ich zu der Sicht? Bringt mich der Gedanke weiter?

Übung: Formulieren Sie einen gegenteiligen Gedanken.

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