Wechsel im Vorstand. „Das ist jetzt der Dritte CEO in drei Jahren. Ich finde, er machte einen guten Eindruck während seiner Antrittsrede, aber das ist oft so am Anfang.“, erklärt ein Bereichsleiter nach der Auftaktveranstaltung. „Entlassen kann er keinen mehr. Das hat der Letzte erledigt. Meine Leute sind demotiviert und verunsichert. Da helfen keine schönen Reden.“ 

Wehret den Anfängen

Der erste Auftritt ist ein wichtiger Faktor für den positiven Start in leitender Funktion. Er sollte Tiefe zeigen und authentisch sein. Danach muss „der Neue“ beweisen, ob er hält, was er verspricht. Was wie Politik wirkt ist allerdings mehr als nur Strategie. Es geht um Menschen, um Schicksale, um Verantwortung, manchmal für ein weltweites Netzwerk aus Mitarbeitern, deren Familien, ja ganzen Regionen. „Die machen sich doch nur die Taschen voll und ziehen weiter“, tönt es despektierlich aus den Reihen der unteren Führungsebene. „Die kriegen 100 Tage Zeit, um alles an die Wand zu fahren und unsere Projektleiter haben eine Woche, um sich einzuarbeiten“, zieht ein Teamleiter sein Fazit aus der Erfahrung der letzten Jahre.

Die Kirche im Dorf lassen

Je nach Unternehmensgröße ist es kein Zuckerschlecken, als Vorstand zwischen Aktionären, Aufsichtsrat und Mitarbeitern gute Entscheidungen zu treffen. Wo Menschen arbeiten, kreuzen sich Werte, Meinungen und Erfahrungen. Jeder will es besser wissen. Ein Rezept gibt es nicht.

Tipps für einen reibungslosen Übergang.

Für neue Vorstände, Manager, Führungskräfte, Geschäftsführer:

  • Widerstehen Sie dem Drang, zu verändern, sich zu beweisen oder das Ruder mit Gewalt herum zu reißen. Sie haben Zeit. Lassen Sie sich von der Ungeduld anderer nicht unter Druck setzen.
  • Zu Beginn werden Sie bestimmte Personen auf ihre Seite ziehen wollen. Sie hören tausend emotionale Argumente und Geschichten. Interne „Berater“ weihen Sie „informell“ in deren „Geheimwissen“ ein. Warten Sie ab, bis Sie ein Gesamtbild haben. Hören Sie nur zu. Bleiben Sie gelassen. Befragen Sie die, die sich ruhig verhalten. 
  • Werden Sie Teil des Unternehmens, indem Sie sich „an der Basis“ helfend einbringen. So entwickeln Sie ein Gefühl fürs Geschäft und ein Gespür für die Wahrheit hinter den KPIs.
  • Vermitteln Sie Sicherheit, indem Sie laufende Prozesse, Systeme und Projekte erst einmal nicht anfassen. Zu voreilig einzugreifen sorgt für den Rückzug der Mitarbeiter. Die gehen in Stillhalteposition, währen Sie nichts mehr erfahren. Setzen Sie auf Evolution statt Revolution.
  • Holen Sie sich keine Lobby aus Ihrem alten Unternehmen, außer es sind echte Talente. Vorstände, die mit ihrer ganzen „Crew“ auftreten verbreiten Angst. Setzen Sie zunächst auf die Kollegen, die vor Ort sind und das Geschäft kennen. Schaffen Sie sich ein internes Netzwerk, bevor Sie von extern Posten besetzen.

Für Mitarbeiter und mittleres Management

  • Suchen Sie das Gespräch und helfen Sie dem Vorstand, sich einzufinden, statt ihn zu manipulieren.
  • Halten Sie sich mit Beurteilungen zurück. Übertragen Sie vergangene Erfahrungen nicht auf „den Neuen“.
  • Stehen Sie hinter der Unternehmensentscheidung. Vermeiden Sie „Lästerrunden“ und halten Sie sich vor dem Team mit „also, wenn ich entscheiden könnte…“ – Reden zurück.
  • Stehen Sie zu Ihrem Team, Ihren Prozessen, Projekten und Abläufen. Kommunizieren Sie diese mit plausiblen Argumenten.
  • Verbinden Sie Ihre Abläufe mit KPIs. Der Vorstand muss wissen, wo das Unternehmen steht. Ihr Ego zählt jetzt nicht, sondern der gemeinsame Erfolg und damit die echte Sicherung der Arbeitsplätze.

Viele Grüße,

Ihre Malaika Loher

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Über die Autorin: 

Malaika Loher ist Motivationsexpertin, Keynote-Speaker, Autorin und Businesscoach. In Workshops bildet sie Führungs- und Kommunikationsprofis aus. 2018 erschien ihr Buch „Surf your life – und du erreichst Deine Ziele mit Leichtigkeit“, 2019 „7 Tage gute Laune“. Malaika inspiriert mit ansteckender Begeisterung zu Menschlichkeit und Ehrlichkeit. Mit Ihrem Team verändert Sie Unternehmenskulturen und steigert das Engagement der Menschen.

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