Die meisten Menschen wollen keine Veränderung. Sie haben es sich komfortabel eingerichtet in einem immer gleichen Alltag und hinterfragen das nicht. Ganz im Gegenteil. Sie wollen in Ruhe gelassen werden und ihre Arbeit machen. Sie sind sehr verlässlich in Routineaufgaben. Genau diese Menschen wehren sich verbissen gegen Change. Sie lieben die Sicherheit und Berechenbarkeit und hassen den Wandel. „Ich brauche nicht ständig etwas Neues. Ich bin zufrieden und das Leben ist nun mal kein Ponyhof. Ich habe alles, was ich brauche. Mich nervt dieses ständige höher, schneller weiter“, so ein Mitarbeiter.

Höher, schneller, weiter

Dagegen stehen die suchenden Menschen, voller Ideen, die geradezu zwanghaft lernen und optimieren wollen. Was sie heute entscheiden, wird ggf. morgen von einer besseren Idee abgelöst. Sie können enorme Dinge bewegen und gleichzeitig an mehreren Baustellen anpacken. Ohne permanentes Wachstum gehen sie ein. Das sind die Change-Treiber, die es gar nicht erwarten können, die alten Prozesse einzureißen. Sie lieben die Abwechslung und hassen Routine. „Ich verstehe gar nicht, wie man sich mit einem suboptimalen Zustand zufrieden geben kann. Wenn ich will, kann ich alles verändern. Stillstand ist der Tod“, erklärt ein Teamkollege.

Wenn es dann knallt

Prallen diese beiden Gruppen aufeinander, haben sie mit Emotionen zu tun, die zu sehr seltsamen Verhaltensweisen auf beiden Seiten führen. Kampf, Flucht oder Tod stellen sind die Reaktionen des Höhlenmenschen auf den Säbelzahntiger. Heute führen wir diese Verhaltensweisen subtiler aus. Wir taktieren, manipulieren, kaschieren und dominieren.

…kommt die Rettung

Zum Glück gibt es noch die Menschen, die in sich ruhen und die Dinge aus einer Metaebene betrachten. Sie sehen die echten Vor- und Nachteile einer Entwicklung und entscheiden mit Bedacht. Sie haben ein Auge für Fallstricke und Chancen. Leider verhalten sie sich oft viel zu ruhig. Sie lassen die anderen machen, halten sich zurück und greifen erst bei Volleskalation vorsichtig ein. Sie sehen kontroverse Standpunkt erst als Problem, wenn alle anderen schon völlig aufgesaugt wurden von negativen Gefühlen. Für sie ist das Leben ein auf und ab, mit dem man umgeht. Sie machen kein Drama daraus. „Ich rege mich doch nicht über Dinge auf, die ich sowieso nicht ändern kann. Wenn man mich fragt, sage ich ehrlich meine Meinung. Ansonsten nehme ich das Leben, wie es kommt“, beschreibt ein Kollege sein Gefühl.

Dialog reguliert Differenzen

Die Lösung ist nicht ganz einfach. Wir können nicht erwarten, einen Schalter umzulegen und alles sind gleichauf mit den Unternehmenszielen. Menschen müssen sich austauschen, kommunizieren, diskutieren dürfen, um einen gemeinsamen Weg zu entwickeln. Nicht in den Dialog zu treten ist die größte Gefahr. Denn Menschen haben ein blühende Fantasie, wenn es darum geht, das Verhalten anderer zu bewerten. „Das macht er sicher so, weil ….“, „Ich bin sicher, sie denkt ….“. „Ich weiß, dass er….“ Die Sicherheit über die Gedanken und Beweggründe anderer wird selten überprüft. „Man“ weiß es einfach. Doch dieses Wissen ist trügerisch. Häufig sind die Hintergründe für Entscheidungen und Vorgehensweisen ganz andere, als der Konfliktpartner denkt. Also liegt die Lösung auf der Hand.

Wir müssen reden.

Alle sitzen an einem Tisch und sprechen offen, ehrlich und mit sehr viel Respekt über ihre Motive. Sie hören einander zu, hinterfragen und halten Bewertungen und Überzeugungen über andere zurück. Nur mit Toleranz und kommunikativem Geschickt legen alle die Karten auf den Tisch. Besteht Verständnis für die jeweils andere Seite, wird ein gemeinsamer Weg möglich. Das klingt leichter, als es ist. Sie brauchen enorme Geduld, um alle mitzunehmen und manche werden standhaft dagegen arbeiten. Andere verlassen das Unternehmen. Doch Erfolg bedeutet auch, gewisse Themen anzugehen. Führungkräfte scheuen den Konflikt mit ihrem Team. Sie unterhalten sich am liebsten nur mit den Unterstützern, die ohnehin auf deren Seite sind. Das führt zur Lagerbildung, die das Projekt bremst. Ein strategisch durchdachter Kommunikationsprozess muss her. Genauso, wie Sie Ihre Projekte und Unternehmensziele planen, können Sie auch menschliche Aspekte planen. Das ist zwar wesentlich unberechenbarer, aber zwingend notwendig, um erfolgreich zu sein.

Über die Autorin: Malaika Loher ist Motivationsexpertin, Keynote-Speaker, Autorin und Businesscoach. Das Motto der Soziologin und Surferin: „Wenn es leicht geht, ist es richtig“. Wer den Flow sucht, muss hart an sich arbeiten. Wer ein funktionierendes Team und langfristige Kundenbeziehungen will, muss Kommunikation auf die professionelle Spitze treiben. Dazu hält Malaika Loher Vorträge und bildet in Workshops Führungs- und Kommunikationsprofis aus. 2018 erschien ihr Buch „Surf your life – und du erreichst Deine Ziele mit Leichtigkeit“, 2019 „7 Tage gute Laune“. Mit Ihrem Team verändert Sie Unternehmenskulturen und verbindet Menschen.Weitere Informationen: www.malaikaloher.de

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