Unternehmerischer Erfolg braucht Zuversicht: Motivation folgt bestimmten Kriterien. Ihr größter Feind ist die Angst. Eine besorgte innere Haltung steckt Mitarbeiter und Kollegen an und vertreibt Kunden. Engagiert und begeistert zu bleiben hat vor allem mit innerer Sicherheit zu tun. Und die lässt sich erarbeiten, trotz stürmischer Zeiten.

„Es fällt mir gerade schwer, mich aufzuraffen. Meine KPIs brennen seit Wochen lichterloh. Leider tragen unsere Ideen momentan noch keine Früchte und der Wechsel in der Salesspitze gestaltet sich schwierig. Uns fehlen Aufträge, die laufenden Kundenbeziehungen sind beschädigt und die Shareholder scharren schon mit den Hufen. Die politische Lage macht es nicht besser“, so der Geschäftsführer eines Automobilzulieferers. Nervös tippt er auf seinem Handy herum. Er wirkt übermüdet und unkonzentriert. Wer sich nicht sicher fühlt, kann sich wenig begeistern, geschweige denn klar und innovativ denken. Darüber hinaus verursacht Angst inneren Druck. Es wird zunehmend schwerer, kreativ und leistungsfähig zu bleiben.

Die Stimmung macht den Erfolg

Nur wer weiß, dass er nichts und niemand fürchten muss, bleibt begeistert und strahlt Zuversicht aus. Stehen Mitarbeiter und Kunden hinter der Sache, tragen sie ihren Teil zur Veränderung bei und die Ideen fließen. Ihre Zuversicht überträgt sich auf weniger veränderungsbereite Kollegen, die Kunden und Investoren. Wer allerdings von Dauersorgen gequält wird, verstärkt die negative Grundstimmung. Das kostet Energie. Der Teufelskreislauf des Missmuts wird durch Erschöpfung verstärkt. Der Fokus liegt auf Schadensbegrenzung und verstärkt die innere Unruhe. Kunden spüren das auf einer unbewussten Ebene, obwohl die Mitarbeiter des Unternehmens nach außen lächeln.

Authentizität ist kein Schauspiel

Gute Laune lässt sich leider nicht zu 100 Prozent spielen. Gefühle strahlen von innen, weshalb Kunden lieber dort Geschäfte machen, wo sie mit echter Vordenkerhaltung, Flexibilität und Wohlwollen, statt Zweifeln, Bedürftigkeit und Mangel empfangen werden. Auch Kunden stecken in Ihren Problemen und Demotivationsfallen fest. Werden sie dort herausgeholt, ist das ein gewaltiger Bonus für den Vertrieb. Der Weg zurück zur Begeisterung führt über die innere Gewissheit, dass alles gut ist. Das Vertrauen in die Zukunft ist ein wahnsinniger Erfolgsmagnet. Wie also findet ein Team in schwierigen Zeiten zurück zur Zuversicht? 4 Schritte sind es, die ich Ihnen noch einmal in Erinnerung rufen möchte. Auf dass Sie ins Tun kommen. Denn Wissen allein macht noch keinen Erfolg.

Schritt 1: Der Leitsatz

Alles beginnt mit dem „Warum“. Und obwohl die Notwendigkeit einer „Mission“ geradezu inflationär in Artikeln, der Literatur und in Seminaren durchgekaut wird, wird es nicht gemacht! Noch schlimmer: Eine Agentur wird damit beauftragt. Das Ergebnis der „Positionierungs“-Workshops mit der GF aus dem „Elfenbeinturm“ wird im Intranet kolportiert. Vielleicht gibt es noch ein paar T-Shirts, Postkarten, Marketingmaterial oder neue Bildschirmschoner. Der Durchschnittsmitarbeiter liest die ersten Worte und klickt mit Augenrollen weiter. Keine persönlichen Berührungspunkte, keine Funktion des „Leit“Satzes, keine umsatzsteigernde Wirkung.

Das Geld hätte sich das Unternehmen sparen können. Selbst für die Kunden ist das „schicke“ Marketing wertlos, wenn die Ansprechpartner nicht mit jeder Faser ausstrahlen, wofür das Unternehmen steht.

Fragen Sie sich folgendes:

  1. Wir: Warum sind wir als Unternehmen für unsere Kunden die Besten? Warum haben wir als Team die Aufgabe xy? Was ist unser Mehrwert für die Branche?
  2. Ich: Warum bin ich in der Aufgabe genau richtig? Was ist der Wert meiner Arbeit für andere? Welchen Nutzen möchte ich stiften?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, braucht es Zeit und Raum. Sich emotional und mental von den aktuellen Problemen zu lösen ist der schwierigste Teil der Aufgabe. Aber es ist machbar, auch bei laufendem Tagesgeschäft. Die Mission sollte von der Belegschaft selbst erarbeitet werden.

Fokus statt Rückblick

Der Leitsatz dient als roter Faden, den Fokus auf das Wesentliche zu lenken. Ablenkungen werden reduziert, Unwichtiges von Wichtigem getrennt. Die Vergangenheit sollte nicht zum 100sten Mal analysiert werden, wenn das keinen Mehrwert bringt. Die Mission ist der Kompass, der die Richtung weist. Und dann blicken alle nach vorne.

Schritt 2: Denke groß, aber positiv

Das zweite Puzzleteil ist die Vision. Wo sehen wir uns in 3 – 5 – 10 Jahren? Die Geschäftsleitung hat dazu eine klare Vorstellung. Aber haben diese auch die Führungskräfte und Mitarbeiter?

Vorsicht: Hier geht es nicht um Katastrophen-Szenarien und Worstcase-Überlegungen. Eine Vision befasst sich nicht damit, wie der schlimmste Fall verhindert wird, sondern damit, was die beste Version des Unternehmens in x Jahren ist. Der absolute Optimalfall. Heruntergebrochen wird sie auf die Teams und jeden einzelnen Mitarbeiter bis hin zum Kunden. Sie umfasst jeden Unternehmensbereich, wie Finanzen, Produkte, Einkauf, Marketing, Vertrieb, Buchhaltung, HR, aber auch Prozesse und Strategien, ja sogar das persönliche Befinden, private Umstände oder Beziehungen.

Ihre persönliche Vision

  • Was ist meine höchste Vorstellung von mir?
  • Wofür brenne ich menschlich und fachlich?
  • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal intern und extern?
  • Wie kann ich mich darauf fokussieren?
  • Wovon verabschiede ich mich?
  • Wenn alles erlaubt ist, was will ich erreichen?

Die Vision entscheidet über das Angebot und die Ausrichtung des Unternehmens. Sie steckt den Rahmen ab und hilft dabei, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Eine gelebte Vision zieht nur die Menschen an, die sich damit identifizieren und einen echten Bedarf haben. Mitarbeiter sind wesentlich engagierter, sobald sie einer klaren Botschaft folgen.

Schritt 3: Plane strategisch und machbar

Aus der Vision erwachsen Ziele. Eine Strategie mit Umsetzung-Plan bricht die Ziele herunter auf Meilensteine, für das Jahr, das Quartal, die Woche, den Tag. Kleine, machbare, tägliche Aufgaben und Tätigkeiten führen ans Ziel. Es ist besser, jeden Tag einen Schritt zu gehen, als an einem Tag alles schaffen zu wollen. Hindernisse gibt es genügend, ob hartnäckige Selbst-Zweifel, die Gewohnheiten und Ablenkungen oder politische Kurswechsel, der Markt, die Branche, der Mitbewerber. Punkt 3 wird vom Top-Management in der Regel sehr gut bedient, aber was ist mit dem Rest der Belegschaft?

Schritt 4: TUN – Kompromisslos, entschieden und hartnäckig

Bis hierher klingt der Weg machbar. Die meisten Unternehmen scheitern am immer gleichen Punkt, nämlich an der Umsetzung. Der Erfolg der Schritte 1-3 hängt davon ab, wie gut sich der Einzelne selbst überlistet, jeden Tag. Ausreden und Argumente des Verstandes, warum etwas nicht erledigt werden kann, müssen erkannt werden. Der innere Schweinehund ist schlau. Er fördert die Bequemlichkeit, die man sich mit Angst erkauft. Mit Bequemlichkeit ist nicht unbedingt Faulheit gemeint, sondern eher das Ablehnen der Verantwortung für sich selbst oder für den eigenen Erfolg. Sich vor dem eigenen Potenzial zu drücken, ist vermeintlich leichter, als die Dinge fokussiert in die Hand zu nehmen. Doch das gute Gefühl, nicht mehr zu auf andere zu warten und von anderen etwas zu erwarten, sich überwunden zu haben, das Gefühl, keine Angst mehr zu haben, sondern selbst aktiv zu sein, ist unbeschreiblich.

Das wiederum motiviert und gibt Energie. Der Erfolg ist garantiert, die Dinge bleiben in Fluss und die Belohnung für die Mühen ist die andauernde innere Freude und Gesundheit.

Viele Grüße,

Ihre Malaika Loher

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Über die Autorin:

Malaika Loher ist Motivationsexpertin, Keynote-Speaker, Autorin und Businesscoach. In Workshops bildet sie Führungs- und Kommunikationsprofis aus. 2018 erschien ihr Buch „Surf your life – und du erreichst Deine Ziele mit Leichtigkeit“, 2019 „7 Tage gute Laune“. Malaika inspiriert mit ansteckender Begeisterung zu mehr Entschiedenheit, Menschlichkeit und Ehrlichkeit. Mit Ihrem Team verändert Sie Unternehmenskulturen und steigert das Engagement der Menschen.

Weitere Informationen:

www.malaikaloher.de

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