Die Glaubwürdigkeit einer Führungskraft steht über allem beim Thema „Motivation schaffen“. Erfolgreiches Leadership und Mitarbeiterbindung funktionieren nur über eine konstante Vorbildfunktion der Führungsriege. Wirklich erfolgreich Unternehmen leben 3 Werte bis zum Exzess: Loyalität, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Sie sind kostbarer, als jede Vision oder Strategie. Sie umzusetzen geht an die Substanz.

Wir wünschen Sie uns von den Eltern, von unseren Kindern, vom Chef, von den Mitarbeitern, von Politikern, von den Freunden und natürlich vom Partner: Loyalität, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Werden diese 3 Faktoren im Unternehmen nachhaltig gelebt, ist Vertrauen die Folge. Vertrauen verhindert Demotivation, schafft Leistungsbereitschaft und macht Teams krisenfest. Aber Achtung: Nur ein kleiner Verrat, eine Lüge, ein strategischer Schachzug, eine unbedachte Manipulation und schon gerät das Kartenhaus ins Wanken. Wer glaubt, er kann sich Erfolg auf Kosten anderer erschleichen, wird am Ende scheitern, auf die eine oder andere Weise.

„Wer das eine sagt und das andere macht, verspielt das Vertrauen der Mitarbeiter.“ (Malaika Loher)

Grundstein Kindheit

Mit einem Lächeln schiebt meine 7-jährige Tochter die leere Müslischüssel über den Tisch. Ich lobe sie. Dann sehe ich ihre volle Schüssel, versteckt hinter einem Glas. Sie hat die Schale ihrer Schwester vorgeschoben und gedacht, ich merke es nicht. Ernst blicke ich sie an. Ihr Siegerlächeln gefriert. „Vertrauen, Kind, muss man sich verdienen“, sage ich ganz ruhig und sehe ihr dabei in die Augen. „Und hast du es verloren, braucht es lange, es zurück zu gewinnen. Also überlege gut, ob es das Müsli wert ist, mich zu belügen.“

Kinder lernen von Erwachsenen, was wirklich zählt, wie das Leben funktioniert und wie sie damit umgehen. Man kann ihnen viel erklären, Bücher vorlesen, Verhalten sanktionieren, doch am Ende machen sie vor allem das nach, was ihnen vorgelebt wird. Ganz genau beobachten sie vor allem in den ersten 7 Jahren, wie ehrlich, loyal, zuverlässig und offen die Eltern, die Freunde, die Lehrer und die Familie vorgehen. Und dann kopieren sie es. Kinder merken sich gut, ob Versprechen tatsächlich eingelöst wurden. Sie prüfen immer wieder, ob die „Großen“ wirklich zu ihrem Wort und ihren Werten stehen. Grenzen werden getestet und immer wieder ausgereizt. Mit den Gleichaltrigen werden von den Eltern kopierte zwischenmenschliche Manöver geübt.

Zerstörte Träume

Kaum steigen die junge Talente später in den Beruf ein, ändern sich die Vorbilder. Nun sind es die Chefs, die erfahrenen Kollegen oder Ausbilder, die zeigen, wie die Geschäftswelt funktionier. „Ich dachte, wenn man älter und erfahrener ist, ist man irgendwie verständnisvoller und rücksichtsvoller, weil man ja schon viel erlebt hat“, meint meine 29-jährige Cousine, als ich ihr von einer fiesen Scheidung im näheren Umfeld berichte. „Wenigstens habe ich einen echt coolen Chef. Aber die Jungs in meinem Alter….kannste vergessen. Die sind überhaupt nicht verlässlich. Was sie heute sagen, kann morgen schon Geschichte sein.“ Sie gehört zu den Millenials, die schnell auf dem Absprung sind, wenn die Welle, auf der sie surfen, nicht mehr passt. Nur ihrem Chef ist es zu verdanken, dass sie noch im Unternehmen ist. Man könnte nun die Schublade „Generation“ als Ausrede für die „Wankelmütigkeit“ einer ganzen Alterskohorte heranziehen. Aber das ist mir zu einfach.

„Eine Beförderung zur Führungskraft ist keine Krönung, sondern der Beginn einer Reise.“ (Malaika Loher)

Vorbilder zum Gruseln

In Wahrheit mangelt es an Führungskräften, die von den Nachwuchstalenten ernst genommen werden. Sie erwarten einen Macher, keinen Blender. Einen authentischen, glaubwürdigen, nahbaren Chef, der mit „passion“ dabei ist, der einen „impact“ anstrebt und sie in die „vision“ einbindet. Doch das ist nur die halbe Miete. Vor allem suchen sie einen Menschen, der ihnen Sicherheit gibt, einen roten Faden in einem Leben voller Optionen und Verwirrung. Sicherheit muss spürbar und erlebbar sein, vor allem aber sichtbar und gelebt vom Chef, Chef-Chef und Chef-Chef-Chef.

Mit dem Titel kommt die Verantwortung

Wer ein vorbildlicher Leader sein will, muss im Hinblick auf die 3 Top-Werte Entscheidungen mit wesentlich mehr Bewusstsein treffen. Vor allem die Entscheidung, sich konsequent nicht zu unloyalem Verhalten hinreissen zu lassen. Manchmal wird man von außen zur Loyalität gegenüber Person A genötigt und fällt dabei zwangsläufig einer Person B in den Rücken. Oder man versucht eine Person zu motivieren und wertzuschätzen und tritt die Leistunge eines anderen gleichzeitig „aus Versehen“ mit Füßen. Deshalb ist die Analyse das A und O. Sagen Sie nicht „Ja“, bevor Sie überprüft haben, wem Sie damit eventuell an den Karren fahren. Ein Mitarbeiter, der sich verraten fühlt, kann das ganze Team mit hinein ziehen. Und das baden Sie als direkter Vorgesetzter aus.

„Sobald man aufhört, sich selbst zu verraten, ist man bereit für ein freies Leben.“ (Malaika Loher)

Loyalitäts-Hygiene

Um selbst bestimmte Werte leben zu können, braucht es eine konsequente Bereinigung des eigenen Umfeldes. Solange Sie sich noch mit Menschen umgeben, die inkongruent und unehrlich vorgehen, werden Sie selbst leichter dazu verleitet. Solange Sie sich von anderen belügen lassen, tappen Sie leichter selbst in die Falle. Verabschieden Sie deshalb die Menschen, die Sie hintergehen, betrügen oder ausnutzen aus Ihrem Leben. Zeigen Sie Grenzen – ob im Job oder privat. Sie ändern ohnehin niemanden, der mit diesem Verhalten bis dato durchgekommen ist oder es als völlig normal ansieht. Sie allerdings kostet es unendlich Energie, für die Wahrheit gegen Mauern zu rennen. Wem Sie Ihre Aufmerksamkeit schenken, welche Werte Sie mittragen und was Sie sich bieten lassen, ist allein Ihre Entscheidung!

Kosten-Nutzen-Rechnung

Die wichtigste Übung ist es, zu prüfen, ob der Vorteil einer Lüge, einer vermeintlich gut gemeinten Tat, eines Schachzugs im Verhältnis zu den Konsequenzen steht. Manchmal macht es durchaus Sinn, die Wahrheit zu verbiegen oder Dinge nicht zu kommunizieren, um andere zu schützen. Gnadenlose Ehrlichkeit ist nicht immer das beste Mittel der Wahl. Gnadenlose Zuverlässigkeit allerdings schon. Wer vorher prüft, ob sein „Ja“ ehrlich gemeint ist, wird hinterher nichts bereuen. Wenn doch, so ist ein offenes Wort besser, als eine Ausrede. Ehrlich zu sein, bedeutet auch, sich offen zu entschuldigen und zurückzurudern, wenn ein „Missgeschick“ passiert. Sie haben etwas getan, was andere verletzt hat und sind vollkommen überrascht? Sowas passiert. Manchmal drücken wir Knöpfe bei anderen, die etwas mit deren Lebensentwurf und ihrer Vergangenheit zu tun haben. Dann hilft ein klärendes Gespräch über Motive und Ziele. Meistens erledigen sich die Konflikte dann von selbst.

Viele Grüße,

Ihre Malaika Loher

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Über die Autorin:

Malaika Loher ist Motivationsexpertin, Keynote-Speaker, Autorin und Businesscoach. In Workshops bildet sie Führungs- und Kommunikationsprofis aus. 2018 erschien ihr Buch „Surf your life – und du erreichst Deine Ziele mit Leichtigkeit“, 2019 „7 Tage gute Laune“. Malaika inspiriert mit ansteckender Begeisterung zu mehr Entschiedenheit, Menschlichkeit und Ehrlichkeit. Mit Ihrem Team verändert Sie Unternehmenskulturen und steigert das Engagement der Menschen.

Weitere Informationen:

www.malaikaloher.de

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