Eines unserer psychologischen Grundbedürfnisse ist das Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung. Wir sind beständig auf der Suche nach erfreulichen Erlebnissen, sprich, guten Gefühlen. Zugleich vermeiden wir alles, was uns schlecht fühlen lässt. Kinder üben sich in diesem Grundbedürfnis geradezu exzessiv. Sie wollen etwas mit allen Mitteln und sie vermeiden Unliebsames mit ebenso viel Druck – zum Leidwesen der Eltern.

Bist du Sklave Deiner Ziele?

In Seminaren, Büchern und Coachings gehören Techniken zur Zielplanung zum Standardprogramm. Es geht darum, in weniger Zeit mehr und mehr zu erreichen. Im Zuge dessen ist folgende Überlegung spannend: Wieviel Zeit des Tages investieren Sie in Gedanken an die Vermeidung von Fehlern, Problemen und Worst-Case-Szenarien. Ziele zu haben ist so lange gut, so lange sie nicht schmerzhafte Mangelgefühle erzeugen. Wird die Abwesenheit der Erfüllung eines Wunsches zur Belastung, vergeht einem die Planerei ganz schnell. Denn dann wird das Ziel zur Quelle von Unmut, Ungeduld und Unzufriedenheit.

Unlust ist keine Ausrede, Unsinn schon.

Die Herausforderung ist klar. Welche der unzähligen Ziele, die Sie zweifellos ein ganzes Leben lang antreiben, sind denn überhaupt noch erstrebenswert? Was von den täglichen Aufgaben (Tageszielen) ist denn noch sinnvoll und erfüllend? Was tun Sie aus Verpflichtung und Gewohnheit und was nehmen Sie auf sich, weil es ein Meilenstein zu einem höheren Ziel ist? Wir vergessen im Alltags-Hamsterrad, diese Dinge zu hinterfragen und geraten in eine Mühle, die uns Energie kostet.

Wenn es nützt, ist es gut.

Wollen Sie z.B. Ihr Gewicht reduzieren, ist es sicher nicht immer lustig, sich zum Sport aufzuraffen. Trotzdem tun Sie es, weil Sie wissen, dass Sie nur so zum Ziel kommen. Dann lohnt es sich auch, sich immer wieder zu zwingen, entgegen aller inneren Ausreden. Es wäre sogar kontraproduktiv, der Unlust Raum zu geben. Geht es darum, z.B. zu einer Geburtstagseinladung zu erscheinen, obwohl Sie vielleicht total erschöpft sind und gerade gar keine Lust auf Menschenansammlungen und Kommunikation haben, ist es fraglich, welchem Ziel es dient, sich aufzuraffen. Weil Sie es Ihrem Partner zu Liebe tun? Weil Sie sich verpflichtet fühlen? Weil Sie den Jubilar mögen? Prüfen Sie Ihre Ziel stets und lassen Sie alles weg, was Ihnen nicht gut tut.

Höher, schneller, weiter macht krank

Lustbefriedigung ist unsere Natur. Die Gedanken kreisen um Dinge, die wir haben, erleben und schaffen wollen. Dreht sich alles nur noch darum, von einem zum nächsten tollen Erlebnis zu hetzen, ohne es dann wirklich zu spüren, wird das ganze zur sinnlosen Lust-Achterbahn. Endet die Befriedigung eines Bedürfnisses nicht mit einer satten Zufriedenheit, ist der Sinn der Sache verfehlt. Der Trick ist, sich von allem Wollen und Nicht-Wollen zu befreien. Deshalb der Titel des Textes: „Ich könnte, aber ich will nicht.“ Sie sind beispielsweise in einem Geschäft, sehen etwas, das Sie gerne hätten, überlege kurz, befinden, dass Sie es sich locker leisten könnten, aber überhaupt nicht brauchen (Wir brauchen im Grunde gar nichts, weil wir alles haben oder nicht wirklich nutzen). Dann verlassen Sie das Geschäft in der inneren Ruhe, dass Sie schon alles haben, was Sie brauchen. Das nennt man loslassen. Verwenden Sie diese Technik auf alles.

Entscheiden und dann tun!

Konsum befriedigt nur für einen kurzen Moment. Der bewusste Verzicht befreit! Verzicht auf soziale Medien, Verzicht auf kleine Leckereien zwischendurch, auf das neue Kleidungsstück, den Telefonanruf, den Ausflug, das bequemere Kissen, den Film etc. Gemeint ist, sich mit dem JETZT, wie es ist, zufrieden zu geben. Besser geht immer, das ist klar. Wahre Zufriedenheit entsteht aus dem Lieben des Nicht-Perfekten. Und wenn dann ein echter Impuls erfolgt, der nicht einem sekundären Lustgewinn dient (kurze Befriedigung nach Kauf eines Produktes), sondern primäre Zufriedenheit verspricht (ein warmes Schaumbad, eine Umarmung, ein konzentriertes, handy-freies Gespräch genießen), dann lassen Sie sich 100% darauf ein, denken an nichts anderes und füllen Ihre Lustspeicher voll auf.

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