„Mich hats total erwischt. Ich kann nicht mehr ohne sie leben. Mich macht das verrückt. Wie soll ich die Situation nur in den Griff bekommen? Meine Frau weiß nichts davon und ich habe Angst, alles zu verlieren. Reden kann ich mit niemandem darüber.“

„Warum meldet er sich nicht? Das macht mich wahnsinnig. Ich werde hier noch zum Psycho. Wenn wir zusammen sind, fühle ich mich so vollständig. Warum tut Liebe immer weh?“

Liebe. Ein großes Wort.

So sehr wünschen wir uns, geliebt zu werden, so sehr kann sie schmerzen. Aber was ist Liebe überhaupt? Was sie nicht ist, ist Schmerz. Sobald Liebe weh tut, befinden Sie sich auf dem falschen Dampfer. Dann reden Sie sich etwas ein, machen sich etwas vor, projizieren Dinge in den anderen, die nicht da sind. Ihre Erwartungen entsprechen nicht den Tatsachen. Doch Sie verbiegen sich, tun so, als ob und wahren den Anschein, weil Sie denken, Sie brauchen die andere Person.

Liebe ersetzt

Die meisten Menschen lieben nicht wirklich. Sie suchen nach Vollständigkeit und Bestätigung, nach gutem Sex, nach Verständnis, einem Kick oder einem Mittel gegen Einsamkeit. Sie erfüllen einen inneren Mangel durch die Aufmerksamkeit eines anderen Menschen. Das ist riskant, denn verschwindet der andere, befinden Sie sich wieder im Mangel. Und das tut weh. Ihre Bedürftigkeit (oder die des anderen) ist anstrengend, fordert zu viel. Sie sind nie satt und zufrieden.

Liebe beglückt

Wie lange können Sie gut allein sein? Ohne Handy, ohne Internet, ohne Kontakt zu anderen Menschen? Nur mit sich selbst? Ich vermute mal, Sie wissen es gar nicht, weil es eher selten vorkommt. Sie tun alles, um nicht zu lange mit sich allein zu sein. Sie lenken sich ab und bleiben ständig in Bewegung. Sobald Sie verliebt sind, haben Sie das Gefühl, anzukommen, sich ausruhen zu können, sich selbst zu begegnen durch die Augen des anderen. Endlich innere Ruhe. Trugschluss. Das hält nicht lange, denn Ihr innerer Kritiker wird Ihnen keine Ruhe lassen. Er hält Sie im Alltag in Bewegung, also wird er auch den Haken in Ihrer neuen Beziehung finden wollen. Der Konflikt ist vorprogrammiert, sobald Oxytocin-Spiegel (Bindungshormon) und Dopamingehalt (Glückshormon) im Körper nachlassen. Das ist dann wie Turkey, Entzug. Sie haben „Liebeskummer“. Zum Glück gibt es Online-Portale, um sich schnell Ersatz zu suchen. Den nächsten Schuß Adrenalin. Merken Sie was?

Liebe muss nichts

Liebe ist nichts begrenztes, nichts klammerndes, nichts erwartungsvolles. Liebe ist frei, gibt Raum, will glücklich machen, ist unendlich, wird mehr, wenn man sie zulässt. Sie will nicht eingrenzen, festhalten, absichern, beweisen. Die „Liebe“, wie wir sie kennen ist keine. Sie ist getrieben vom Ego, vom mangelnden Selbstwert, von dem Drang, sich bestätigen zu müssen. Der Motor ist Angst. Angst vor der Einsamkeit, vor Unsicherheit, vor Versagen, nicht zu genügen und vor dem – mit Verlaub, wenn ich das so hart sagen darf – alleine sterben müssen. Und der andere soll diese Angst vertreiben, das Ego stärken, den Selbstwert aufmöbeln, für einen da sein – in guten, aber vor allem auch in schlechten Zeiten. Das Problem ist, jedem geht es so. Da passt das Sprichwort „Wenn sich zwei nackte Bettler gegenseitig in die Taschen greifen, ist nichts zu holen.“ Deshalb ziehen Menschen zu schnell weiter, in die nächste Beziehung, erfahren wieder Schmerz, ziehen weiter oder geben auf und halten aus.

Was ich jetzt sage, wird Sie nerven, falls Sie Liebe suchen, um Ihren Mangel zu beheben oder gerade im Schmerz- oder Durchhaltemodus sind. Oder Sie werden es als esoterischen Quatsch abtun. Doch es ist die einzige, blanke, fiese Wahrheit.

Sie müssen erst sich selbst lieben, vollständig sein, nichts brauchen, um wahrhaft zu lieben.

Die Selbstliebe hat nichts mit Narzissmus zu tun. Narzissten leiden unter einem sehr geringen Selbstwert, den der Anerkennungssucher versucht, im Außen aufzufüllen. Viele Narzissten sind eigentlich vom Impostor Phänomen betroffen, dem Hochstapler Phänomen. Das ist die Angst, dass irgendwann einer entdeckt, dass man eigentlich nichts kann, daß man ein Blender ist. Eine mentale Illusion, die vor allem erfolgreiche Menschen plagt. Ein Fass ohne Boden. Er wird nie satt. Echte Selbstliebe ist gelebte Ganzheit, Akzeptanz, Lebensfreude, innere Heimat. Sie braucht nichts, geniesst das Hier und Jetzt, erwartet nichts und vor allem: Sie wertet sich selbst und andere nicht ab, sondern schließt sie ins Herz, wie sie sind, mit Ecken und Knaten. Für den emotionalen Bettler ist das eine unfassbare Farce, denn „Erstmal muss der andere…“, „Wenn er/sie nicht …würde, dann könnte ich…“. Es ist nicht so einfach, die eigenen begrenzenden Konditionierungen hinter sich zu lassen. Es ist ein langer, erlebnisreicher Prozess, ein Weg zu sich selbst, der nicht immer Spaß macht. Aber am Ende steht die Freiheit und die wahre Liebe, ohne Schmerz, nur pure Freude und Ekstase.

Warum erzähle ich Ihnen das als Motivations- und Businesscoach?

Schon mal einen Kollegen, eine Kollegin mit Liebeskummer erlebt? Vielleicht haben Sie sogar am eigenen Leib den Energieverlust erfahren, der passiert, wenn Sie sich „ver“-lieben? Oder wieder „ent“-lieben müssen? Die Enttäuschung, der Frust, die Wut, die rosarote Brille? Sie sollten sich selbst in solchen Zuständen nicht auf Kunden oder Mitarbeiter loslassen. Ihr Horizont schrumpft im „Liebes(Kummer)-Tunnel“ auf die Größe einer Erbse. Sie sehen nicht klar, machen zu viele Fehler, übersehen Zeichen, übertragen schlechte Gefühle auf andere. Das muss nicht sein, wenn Sie wissen, was in Ihnen wirklich passiert.

Selbstlimitierungen aufdecken

Immer, wenn Sie in einer Beziehung einen Konflikt oder Schmerz erfahren, haben Sie die Chance auf Persönlichkeitsentwicklung. Sie werden so lange die gleichen Erfahrungen machen, bis Sie verstehen, was Sie lernen können. Mit lernen meine ich, sich zu befreien von inneren Fesseln, von mentalen Limits, von emotionalen Fallstricken. Mit jedem Puzzleteil, das Sie über sich aufdecken, verändern sich Ihr Leben, Ihre Lebensqualität und Ihre Beziehungen ins positive. Manche Menschen verlassen Ihr Leben, neue kommen dazu. Sie werden erfolgreicher, klarer und fokussierter sein. Jede aufgelöste Selbstlimitierung ist wie eine offene Tür zu neuen Möglichkeiten.

www.malaikaloher.de

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