Jeder Moment ist eine Entscheidung für Optimismus oder Stress.

Heute Morgen entdeckte ich, dass meine Teenager-Tochter in ihren Schreibtisch den Satz „I don‘t know“ geritzt hat. Das führte zu einem psychologisch fragwürdigen Donnerwetter von mir: „Als Nächstes nimmst Du wohl Sprühdosen und sprühst die Wände an, oder was?!“. Der argumentative Gegenwind war kaum weniger deeskalierend: „Der Tisch sollte doch eh auf den Sperrmüll!“

Beim Frühstück war ich plötzlich gut drauf. Sie wunderte sich: „War das mit dem Tisch wirklich heute? Kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen.“ Ich entgegnete: „Weil ich keine Lust auf Stress habe, habe ich umgeschaltet. Schön wäre, wenn du keine Möbel mehr anritzt.“

Strafe musste sein. Da kam mir eine Idee. „Du machst jetzt bitte aus dem Tisch ein Kunstprojekt. Du schreibst, malst, brennst, zeichnest, klebst so lange daran, bis du dich nie mehr vom ihm trennen willst.“ Keine Schimpfwörter, keine anderen Möbel, sonst ist alles erlaubt.

Sie war sofort Feuer und Flamme. Wenig später bemerkte ich grinsend: “Ich fühle mich gerade wie eine richtig coole Mutter.“ Sie lachte: „Ich denke auch gerade, dass das richtig cool ist.“ Tag, Stimmung und Energiehaushalt gerettet.

Manchmal geht es ganz einfach, wenn man seine Komfortzone verlässt. Natürlich war es für mich eine Überwindung, ein Möbelstück „frei“ zu geben. Andererseits hat es viel Druck aus der Situation genommen und eine positive Strafe sorgt für Abwechslung und sogar Spaß. Das merkt sie sich für immer 😜

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