„Ich bin sicher, am Montag werde ich gekündigt“, meint Tom, Manager eines mittelständischen Unternehmens zum Kollegen. Auslöser war der kritische Blick seines Chefs, während des Freitag-Meetings. Tom hatte die Zahlen der Abteilung präsentiert. Sein Kollege lacht, als hätte er einen guten Witz gemacht und meint nur „Du wieder!“. Tom geht nicht weiter darauf ein. Die Folge sind ein Wochenende in Panik mit schlaflosen Nächten. Er sorgt sich, wie er seine Verbindlichkeiten weiter zahlen soll, wenn er keinen Job mehr hat. Seine Familie kritisiert seine schlechte Laune.

Wenn Gedanken zum Horror werden

Er spricht nicht darüber, was in ihm vorgeht. Doch in seinem Kopf findet er mehr und mehr Beweise, warum eine Kündigung gerechtfertigt ist. Er zweifelt an sich. Angst und Wut wechseln sich ab. Das Wochenende ist der blanke Horrortrip. Am Montag ist er mental ausgelaugt. Er fährt ins Büro. Sein Magen rebelliert.

Der Körper reagiert auf mentalen Stress

Als er ins Montag-Meeting kommt, passiert….nichts! Auch danach…nichts. Keine Mail, kein Kündigungsschreiben, kein Lebenszeichen. Warum hält ihn sein Chef nur so hin? Das sei wirklich nicht fair. In der Mittagspause liest er Stellenausschreibungen und formuliert eine Mail an einen Headhunter, die er nicht abschickt. Seine Konzentration ist auf dem Nullpunkt. Er fragt sich, ob er fristlos oder mit Kündigungsfrist gehen muss.

Sorgen führen zu destruktivem Verhalten

Besorgt prüft er zum x-ten Mal seine Konten und rechnte, wie lange er mit seinem Ersparten durchkommen würde, bevor er mit seiner Frau würde sprechen müssen. Schließlich hält er es nicht mehr aus. Er bittet um ein Gespräch mit seinem Chef. Der meint nur, dass das ganz gut passe, denn er hätte ihm etwas zu sagen. Tom´s Adrenalinpegel steigt weiter. Mit leichtem Schwindel begibt er sich zum Büro seines Vorgesetzten. Am liebsten würde er davon laufen.

Angst kennt nur schwarz oder weiß

„Tom! Mensch, gut, dass es gerade passt. Ich habe Neuigkeiten!“, empfängt ihn der schon überschwänglich. Tom lässt sich auf einen Stuhl fallen und bekommt kaum ein Wort heraus. Er verzieht sein Gesicht zu einem verzweifelten Lächeln. Jetzt würde es ernst werden. Er war raus. Ganz sicher. Sein Chef grinst breit. Würde er sich auch noch über ihn lustig machen? Typisch. Sein Job war ja safe.
„Am Freitag, kurz vor unserem Meeting hat mich der Vorstand angerufen. Sie haben dich leider nicht erreicht“, beginnt er. Tom rechtfertigt sich damit, dass er Freitag einen wichtigen Kundentermin gehabt hätte und deshalb nicht verfügbar war.

Stress blockiert Optimismus

„Kein Thema. Ich war ja nach unserem Meeting gleich im Flieger. Da dachte ich, ich sage es Dir lieber persönlich.“ Tom nickt stumm. Sein Rücken verkrampft sich, der Schmerz im Nacken pocht. Sein Chef holt eine Flasche Champagner hinter seinem Computer hervor. „Es gibt nämlich was zu feiern.“ Tom kapiert überhaupt nichts mehr. „Du und ich, Tom. Wir werden in den Vorstand berufen! Ist das nicht unglaublich? Wir haben es endlich geschafft. Und du Wahnsinniger überspringst gleich eine Ebene.“

Zeitmanagement = Gedankenmanagement

Haben Sie auch schon mal etwas in den „falschen Hals“ bekommen? Eine Situation falsch eingeschätzt? Tage, Wochen, Monate gegrübelt und Angst gehabt? Keine Sorge, das ist menschlich. Die Frage ist nur, wie sie in Zukunft verhindern, solchen mentalen Fakenews auf den Leim zu gehen.

Vertrauen sie niemals ihrem Verstand

Das Problem dabei ist, dass ihr Verstand wahnsinnig authentisch und glaubwürdig rüber kommt. Wie eine Pressemitteilung fomuliert, suggeriert er ihnen den absoluten Wahrheitsgehalt der vermeintlichen Fakten. Und durch permanente, pausenlose Wiederholung verhindert er, dass sie klar sehen. Er sortiert gegenteilige Informationen aus und verbannt sie ins Unterbewusstsein. Wie ein Marktschreier übertönt er andere Menschen, die dagegen reden. Er zwingt sie sogar zu destruktiven Gegenattacken bzw. raubt ihnen die Worte. Sobald Emotionen, wie Angst oder Ärger im Spiel sind, ist der Zug abgefahren. Sie gehen in einen Wahrnehmungstunnel, der ihnen keine neutrale oder positive Sicht mehr ermöglicht.

Tipps:
– Teilen sie Ihre Wahrheit der Person mit, um die sich die Situation dreht.

– Seien sie mutig und fragen sie nach. Sie haben nichts zu verlieren. Außer der Zeit, die sie mit Hirngespinsten verbringen, die womöglich nicht richtig sind.

– Sobald sie die Wahrheit kennen…und sie ist meist anders, als sie denken…können sie verarbeiten und neu planen.

– Grübeln ist weder wertschöpfend, noch lösungsorientiert. Denn solange sie Sätze wie „ich glaube…“, „ich bin sicher, dass er wahrscheinlich…“, „bestimmt meint er/sie….“ denken, befinden sie sich im mentalen Fakenews-Zustand.

– Sorgen sie für Fakten und hören sie die Wahrheit. Das gibt ihnen Sicherheit. Sie finden wieder zurück in ihre Kraft und ihre Potenzial, mit schwierigen Situationen konstruktiv umzugehen.

Autorin: Malaika Loher, www.malaikaloher.de

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