Die Diagnose Deiner Verhaltensmuster

Wie du heute dastehst, hängt von 3 Dingen ab:
 
1. Den Entscheidungen, die du in der Vergangenheit getroffen hast.
2. Den Konsequenzen aus deinen Erfahrungen.
3. Deiner Erziehung und Einstellung zum Leben.
 
Du hast sicher schon bemerkt, dass dir manche Situationen oder Erfahrungen wieder und wieder begegnen. In der Regel wird dir dein Gehirn Argumente liefern, warum die Situation so ist. Dass dabei allerdings alte Programmierungen hineinregieren, wird dir erst bewusst, wenn du konkret danach suchst. Aber ganz von vorne.
 

Gedankensucht

Du verbringst die meiste Zeit des Tages mit einer ganz bestimmten Sache, die du wahrscheinlich kaum unter Kontrolle hast – deinen Gedanken. Der Verstand ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur. Wir berufen uns im Krisenfall auf Argumente und Fakten. Ja, wir sind geradezu süchtig nach Erklärungen, Beweisen und Bewertungen. Warum? Weil ein bestimmter Teil deines Gehirns die Aufgabe hat, alles Wahrgenommene und jede Emotion rational zu erklären und einzuschätzen. Darüber hinaus fühlst du dich sicher, wenn deine Überzeugungen, Einstellungen und Urteile bestätigt werden. Wer Recht hat, ist außer Gefahr und muss nichts ändern.

Wiki-Leben

Die Theorien deines Gehirns über das Leben, den Menschen, Beziehungen oder deine aktuelle Situation basieren auf deiner Erziehung und den Erfahrungen, die in deiner Lebenslinie stehen. Sie werden zur Bewertung des Hier und Jetzt heran gezogen, als Expertise, Rezept oder eine Art Wikipedia des Lebens. Du erinnerst dich immer wieder an die Erlebnisse, sprichst darüber und verfestigst dadurch die Emotionen und Schlussfolgerungen daraus. Alle Gedanken, wie „Das tut man nicht“, „Wenn man (nicht)…,dann…“, „Ich bin…“, „Das ist einfach so.“ sind solche Überzeugung, die ausschließlich subjektiv sind. Mit diesen Überzeugungen bewertest du deine Zukunft. Du stellst dir vor, wie es wäre, wenn und ziehst für die Einschätzung deiner Chancen und Risiken deine Erinnerungen zu Rate.

Sicherheit vor Risiko

Studien zeigen, dass das Gehirn ein Gewohnheitstier ist. Rund 60-80.000 Gedanken produziert der präfrontale Kortex, der jüngste Teil unseres Gehirns pro Tag. Der Großteil sind immer gleiche Sätze. Diese entspringen unserer Einstellung, unseren Werte und Überzeugungen – also unserer Grundprogrammierung. Den Samen dazu sähen wir in der Kindheit, wenn uns Eltern, Lehrer und Umfeld auf richtig und falsch, gut und schlecht, sicher und gefährlich konditionieren. Mit etwa 10 Jahren haben wir in der Regel eine Grundeinstellung, die wir in Erlebnissen und Erfahrungen bestätigen und festigen. Viele Einstellungen, Überzeugungen und Gewohnheiten sind limitierend und engen uns im Denken und Handeln ein. Sie sind später der Nährboden für Erfolg oder Nicht-Erfolg, gutes oder schlechtes Lebensgefühl, ja sogar Gesundheit und Krankheit, aber auf alle Fälle für bereichernde oder schwierige Beziehungen.

Karten auf den Tisch

Wer sein Leben für sich positiv gestalten will, muss vor allem eines sein, ehrlich zu sich selbst. Jede negative Erfahrung mit anderen Menschen, jedes Gefühl, das im Kontakt mit anderen entsteht, ist eine wunderbare Gelegenheit, zu lernen. Macht dich ein anderer Mensch wütend ist, traurig, enttäuscht oder verletzt dich, dann liegt die Ursache für dieses Gefühl in Dir. Hast du Angst um deine Zukunft, so bist du der Urheber. Selbst in schlimmsten Lebenssituationen ist es allein deine Bewertung der Situation, die darüber entscheidet, ob du daran zerbrichst oder wächst.

 

Starten wir die Diagnose Deiner Lebenslinie mit einer Übung. Zuerst gilt es, die eigenen Gedankenmuster zu erkennen und zu prüfen, was davon im Laufe deines Lebens entstanden ist und eigentlich gar nichts mit der vorliegenden Situation zu tun hat. Du deckt Fehlbewertungen auf. Dazu eine kleine Übung:

Teil 1

Erinnere dich an eine mittelmäßig negative Situation mit einem anderen Menschen. Also auf einer Skala von 1-10, 10 ist Katastrophe, 1 ist kaum zu spüren, sollte sie etwa bei 6 oder 7 liegen. Schreibe auf, was Du über diese Person denkst. Ergänze dazu folgende Sätze mit Deinen Gedanken zu der Person.

„Ich finde unmöglich, dass er/sie…“
„Er/ Sie sollte…“.

Teil 2

Stelle Dir folgende Fragen und schreibe die Antworten dazu auf.

Kann ich ganz sicher sein, dass meine Gedanken über die Person wahr sind?
Woher weiß ich, dass sie wahr sind?

Falls es nur ein Gedanke ist, solltest du deine Wahrnehmung dem anderen mitteilen oder fragen, ob deine Überzeugung stimmt. Mache dir aber vor allem bewusst, welches Gefühl dieser Gedanke in dir ausgelöst hat und wie du reagiert hättest, wenn du nicht in der Lage gewesen wärst, so zu denken.

Was müsste in meinem Leben sein, dass ich auf solche Weise sprechen, handeln oder fühlen würde, wie die Person, die mich negativ gestimmt hat?

In dieser Frage geht es um deinen geheimen Gewinn. Diese Themen sind am schwierigsten zu entdecken und zu akzeptieren. Lenkst du zum Beispiel von eigenem Fehlverhalten ab? Willst du deine Schuld oder Scham nicht spüren? Ist es ein Weg, dich im Vergleich aufzuwerten, weil du von dir selbst nicht viel hältst? Hast Du Angst und bindest den anderen durch seine Schuld an dich? Fühlst Du dich leer und brauchst einfach Aufmerksamkeit, wenn auch negative? Gehst du in die Opferhaltung, indem du von anderen erwartest, für dich zu denken, dich zu entlasten, dich zu „retten“?

Wie möchte ich statt dessen über mich und den anderen Menschen bzw. die Situation denken?
Ziel dieser Frage ist es, sich positiv zu stimmen und wieder in eine wohlwollende innere Haltung zu kommen.
 
Diese Fragen zu den Schlussfolgerungen über andere Menschen sind natürlich nur ein kleiner Teil einer guten Diagnose. Es ist doch etwas aufwendiger, sich selbst in der Tiefe zu verstehen. Deshalb habe ich verschiedene Möglichkeiten für dich geschaffen, weiter an dir zu arbeiten.
 
Aber bleibe erst einmal in dem Beobachtermodus deiner Gedanken. Prüfe genau, ob es deine Gedanken sind, oder übernommene bzw. erlernte. Und ob du weiter so denken willst.
 

 

Liebe Grüße,
Malaika